Vom Jammern und dem großen Glück
Kürzlich hielt ich ihn endlich in den Händen: meinen Vertrag mit psyhelp, der es mir ermöglicht Kassenplätze anzubieten. Ein Stück Papier, gewiss, aber für mich bedeutet es so viel mehr. Es ist ein Meilenstein, der mich mit aufrichtiger Freude und großem Respekt vor der neuen Aufgabe erfüllt. Ich empfinde diesen Schritt als ein riesiges Privileg und als eine wertvolle Anerkennung meiner bisherigen Arbeit.
Vor allem aber erfüllt mich dieser Schritt mit tiefer Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass psychologische Behandlung nun für noch mehr Menschen barrierefrei zugänglich und leistbar wird. Psychische Gesundheit darf kein Luxusgut sein. Dass unser System diese Notwendigkeit auffängt, ist ein unschätzbarer Wert für unsere Gesellschaft.
Dieser Meilenstein hat in mir aber auch eine größere Schleife im Kopf gedreht:Leben wir nicht in einem wunderbaren Land? Wenn man ehrlich ist, neigen wir im Alltag viel zu oft dazu, das Haar in der Suppe zu suchen. Das Jammern und Klagen über Dinge, die scheinbar nicht absolut perfekt laufen, ist beinahe schon zu einer Art Volkssport gereift. Wir schimpfen über Kleinigkeiten und übersehen dabei das Fundament unserer Lebensrealität.
Es wird Zeit, dass wir uns wieder viel bewusster in Dankbarkeit üben. Wenn wir das, was wir tagtäglich wie selbstverständlich bekommen, wieder in den Vordergrund stellen, verändert sich der gesamte Blick auf das Leben. Ein funktionierendes Sozialsystem, Sicherheit, medizinische Versorgung – das sind keine Selbstverständlichkeiten, sondern ein Hauptgewinn. Hören wir auf, ständig das Unperfekte zu beklagen, und schätzen wir endlich wieder das, was da ist.